Raucherentwöhnung Expertenseminar Wien 12.11.2016 *

– Eine Auswahl der Fakten in F & A:

  • Warum sind manche Menschen für Nikotin empfänglicher als andere? Gibt es etwa ein Raucher-Gen? Ein spezielles Raucher-Gen gibt es nicht. Aber man kann tatsächlich von einer genetischen Belastung sprechen. Viele Per­sön­lich­keits­ei­gen­schaf­ten sind genetisch beeinflusst: bei­spiels­wei­se die Neugierde oder das Risikoverhalten. Menschen, die mehr Risiken im Leben eingehen, probieren auch eher Suchtstoffe wie Nikotin oder Alkohol aus.

 

  • Welche Gründe gibt es noch? Einige kommen über die „sozialen Verstärker“ zum Rauchen. Obwohl die allererste Zi­ga­ret­te häufig unangenehm schmeckt, werden trotzdem positive Erfahrungen gesammelt. Man gerät leichter mit anderen ins Gespräch. Man entwickelt ein anderes Selbstbild und fühlt sich lässiger. Und für manche mag wohl eine neurobiologische Wirkung aus­schlag­ge­bend ge­we­sen sein: beispielsweise die Entspannung, die Besserung der Stimmung oder die psychotrope Wirkung des Nikotins, die hilft, sich wohler zu fühlen und eine gedrückte Stimmung verbessert.

 

  • Was bewirkt der Nikotin-Kick im Körper? Eine Konzentrationssteigerung, eine Beruhigung und eine Befriedigung. Aber auch Angst­lö­sung, Abbau von Anspannungen, Verbesserung der Stimmung sowie die Ver­än­de­rung des Appe­tits, bis hin zu einer Reduktion des Hungers.

 

  • Was passiert im Gehirn? Nikotin wirkt auf spezielle Nikotin-Rezeptoren im zentralen Nervensystem. Die Folge ist die vermehrte Ausschüttung verschiedener Botenstoffe. Dazu zählen: Adrenalin (Stress­hor­mon), Dopamin (Zufriedenheitshormon) und Serotonin (beteiligt bei der Regulation der Stim­mung). Das macht das Rauchen für einige Leute so wertvoll.

 

  • Warum ist es so schwer, vom Tabak loszukommen? Das Rauchen ist eine Verhaltensgewohnheit und bei vielen Betroffenen auch eine Abhängigkeitserkrankung. Es wird regelmäßig trainiert und geht fest in das Verhaltensrepertoire über. Das macht den Rauchverzicht so schwierig. Auch die kör­per­li­che Abhängigkeit spielt eine Rolle: Die Anzahl der Nikotin-Rezeptoren nimmt im Laufe des regelmäßigen starken Konsums immer mehr zu. Wird das Rauchen gestoppt, ent­wi­ckelt sich durch dieses Überangebot an Rezeptoren ein Entzugssyndrom. Was er­schwe­rend hin­zu­kommt: Tabak lässt sich – im Gegensatz zu illegalen Drogen, wie z. B. Heroin – leicht besorgen. Man schnorrt den Nächsten an und bittet um eine Zigarette.

 

  • Fast ein Drittel der deutschsprachigen Bevökerung raucht. Aber wie viele sind vom Nikotin abhängig? Man schätzt, dass rund 60 % der RaucherInnen betroffen sind. Das heißt: Etwa 15 bis 18 % der Allgemeinbevölkerung ist vom Rauchen abhängig.

 

  • Woran merken Raucher, dass sie vom Nikotin süchtig sind? Die Raucher merken es selbst: Wenn sie nicht mehr aufs Rauchen verzichten können. Wenn sie einen zwanghaften Konsum pflegen. Wenn sie Entzugssymptome haben. Wenn sie sich nach ein paar rauchfreien Stunden immer unwohler fühlen. Oder wenn sie wei­ter­rau­chen, obwohl sie schwer krank sind und genau wissen, dass sie den Ta­bak­kon­sum auf­ge­ben müssten. Ein gutes Indiz für die Abhängigkeit ist, wenn man von sich selber sa­gen kann: „Ich sollte aufhören. Ich weiß es. Aber ich kann es nicht!“

 

  • Wie schnell kann man abhängig werden?Das ist individuell sehr unterschiedlich und relativ unerforscht. Aber man weiß: Das Ab­hän­gig­keits­po­ten­tial von Nikotin ist mindestens so hoch wie bei anderen Drogen (z. B. Heroin). Und es ist höher als beim Alkohol: Man kann vom Tabak schneller abhängig werden als vom Alkohol.

 

  • In der Gesellschaft wird die Abhängigkeit von Nikotin im Vergleich zur Ab­hän­gig­keit von Alkohol eher verharmlost. Warum? Der Alkoholpatient gefährdet im betrunkenen Zustand seine Mitmenschen. Er ist am Ar­beits­platz weniger leistungsfähig und fällt auf. Der Raucher hingegen bleibt leistungsfähig und fällt nicht auf – abgesehen vielleicht von den vielen Rauchpausen oder seinem schlech­ten Atem. Da fast ein Drittel der Deutschen raucht, bedeutet das: Es rauchen auch ca. ein Drittel der Journalisten, der Entscheidungsträger, der Betriebsräte usw. Dadurch kann es zu Schwierigkeiten kommen, distanziert und objektiv über das Rauchen zu urteilen.

 

  • Dass Rauchen die Gesundheit gefährdet, wird gerne verdrängt. Fast jeder Raucher kennt jemanden, der trotz Tabakkonsum ein biblisches Alter erreicht hat. Sind die „rauchenden Methusalems“ Gründe für das Ausblenden der Gefahr?Ja. Die Großmutter, die bis zum 99. Lebensjahr in hohen Mengen geraucht und getrunken hat – jeder kennt sie. Sie spielt eine Rolle in dem Konflikt um Abstinenz oder Fort­set­zung des Rauchens, in den manche hineingeraten. Wir nennen ihn „kognitive Dissonanz“: „Ei­gent­lich würde ich gerne aufhören – aber ich rauche ja ganz gerne!“ Der Rauchstopp ver­schiebt sich, denn: „Es reicht ja, wenn ich bei der nächsten Gelegenheit aufhöre!“ Es wird nach weiteren Argumenten gesucht, warum das Rauchen gar nicht so schädlich ist. Manchem fällt dann ein rauchender Methusalem ein. Hinzu kommt: Leider gibt es auch in Deutschland Prominente, wie z. B. Politiker, die in der Öffentlichkeit als Raucher auftreten und als interessante Personen dastehen – ohne dass man die ganzen negativen Folgen des Rauchens gleichzeitig mit präsentiert bekommt.

 

  • Wie kommt man am besten vom Nikotin los? Gibt es einen Königsweg für den Aus­stieg? Den ersten Rauchstopp sollte man zuerst selbst versuchen. Es wäre der Problematik nicht angemessen, wenn wir alle Raucher gleich in eine Therapie schicken würden. Aber die­je­ni­gen, die es nicht alleine schaffen oder es sich alleine nicht zutrauen und keinen Auf­hör­ver­such erfolgreich bewältigen, sollten eine Unterstützung in Anspruch nehmen. Hil­fsangebote bestehen konevntionellerweise aus einer verhaltenstherapeutischen Raucherentwöhnung, die mit Me­di­ka­men­ten unterstützt wird.

 

  • Lässt sich zusammenfassen, welche Gründe für den Rauchstopp am er­folg­ver­sprech­end­sten sind? Die meisten machen sich natürlich Sorgen um ihre Gesundheit. Sie wollen den frühzeitigen Tod durch Herzinfarkt verhindern, aber auch dem modernen Zeitgeist entsprechen. Da die heutige Gesellschaft viel Wert auf Attraktivität, Gesundheit und Fitness legt, sind schon die kurzfristigen Folgen des Tabakkonsums für einige ausreichende Motive, den Tabakkonsum zu beenden: vorzeitige Hautalterung, nachlassende sportliche Fitness, Depressionen, Angst, Impotenz usw. Viele möchten außerdem nicht von etwas abhängig sein, das die Herrschaft über ihre Entscheidungen übernommen hat.

 

  • Zu welchen Entzugserscheinungen kann es kommen? Beispielsweise zu Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen.Wie lange können sie anhalten? Das ist unterschiedlich und variiert von der Stärke der Abhängigkeit. Durchschnittlich dau­ern sie aber 2 bis 6 Wochen.
  • Warum nehmen die meisten Nikotin-Abstinenzler an Gewicht zu, obwohl sie nicht mehr essen? Das liegt daran, dass sich der Stoffwechsel verändert. Durch den Rauchstopp kann der Kör­per die Nahrung besser verwerten. Die meisten Abstinenzler nehmen 2 bis 4 kg im Lau­fe des ersten Jahres zu. Um das Gewicht zu halten, sollte der Aufhörwillige pro Tag am bes­ten etwa 100 bis 200 Kalorien einsparen.

 

  • Jeder hat seine Lieblingsanlässe, bei denen gerne zur Zigarette gegriffen wird: zum Kaffee, zur Belohnung, beim Feiern oder in Stresssituationen. Wie sollte man ihnen als werdender Nichtraucher begegnen? Man meidet sie am besten oder sucht nach Alternativen. Beispielsweise könnte man etwas in der Tasche aufbewahren, mit dem sich die Hände ablenken können. Es hilft auch, einen zuckerfreien Kaugummi zu kauen. Oder Sport zu machen statt in die Kneipe zu gehen. In Stresssituationen sehen viele im Rauchen eine Ablenkung – weil man während der Rauch­pau­sen mit den Gedanken abschalten und entspannen kann. Deshalb sollte man wissen: Wer viel arbeitet, hat sich auf jeden Fall eine Pause verdient! Und sie muss nicht erst mit einer Zigarette legitimiert werden.

 

  • Welche Erkrankungen werden durch das Rauchen verursacht? An vorderster Stelle pulmonale Erkrankungen: Lungenkrebs, COPD, Lungenemphysem, Athma. Internististische wie Atherosklerose, Diabetes mellitus, koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt, Schlaganfall, Hypertonie, Osteoporose, Impotenz, … Die Liste geht erschreckend lang weiter…

 

  • Therapeutische Unterstützungen, von Akupunktur bis zur Hypnose und Medikamenten gibt es zum Glück schon sehr viele und gute, aber

es gibt hier kein: “One size fits for all”. Man/frau muss ausprobieren und für sich das Richtige entdecken.

So oder so:

Die Raucherentwöhnung ist die absolut sinnvollste, beste Investition in eine gesunde, vitale Zukunft 🙂


Soviel für Heute vom Expertenseminar Raucherentwöhnung in Wien,

ich jedenfalls fühle mich durch meine Teilnahme an diesem Seminar vollkommen bestärkt,

dass mein eigener ONLINE KURS wirklich gut und richtig ist 🙂 und übrigens vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) akkredidiert und gelistet ist.

Ich freu mich, wenn Du oder Deine Bekannten, Freunde oder Angehörige sich dafür entscheiden,

dem Rauchen “Adieu” zu sagen und “Hello” zu einem neuen, vitalen, rauchfreien Kapitel des Lebens!

Hier ist der Link zum  Kurs:

7 SCHRITTE IN 21 TAGEN ZUM RAUCHSTOPP

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Referenten des Expertenseminars am 12. November in der Wiener Ärztekammer : OA Dr. Irmgard Homeier
Prim. Dr. Alfred Lichtenschopf
Univ.-Prof. Dr. Rudolf Schoberberger
Mag. Christine Wondratsch
Dr. Ralf Zwick
Dr. Wolfgang Waldschütz
Univ.-Prof. Dr. Otto Lesch

 

Themen:

Grundlagen der Tabakabhängigkeit
Einführung in die Neurobiologie der Nikotinabhängigkeit
Suchterkrankung Rauchen
Differentialdiagnostik des Rauchers
Motivationsförderung und Verhaltensmodifikation
Tabakassoziierte Erkrankungen: Stoffwechselprobleme, Kardiovaskuläre Folgeschäden, Bronchopulmonale Folgeschäden
Etablierte Therapiemodelle und Richtlinien zur Raucherentwöhnung